Umsetzung

Kooperationen und Netzwerke

Durch gezielte Kooperationen und Netzwerke lassen sich Win-Win-Situationen für alle Beteiligten schaffen. Gemeinsam steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man von Medien, Politik und Öffentlichkeit besser wahrgenommen wird. Trotzdem gibt es auch mögliche Stolpersteine, die aus dem Weg geräumt werden sollten.

Grundsätzliche Überlegungen

Bevor man sich auf die Suche nach Kooperations- oder Netzwerkpartner macht, sollte Klarheit darüber bestehen, was die Ziele einer Zusammenarbeit sind und wie diese gestaltet werden soll (vgl. Wöhler 2015: 115):

  • Ist die Zusammenarbeit zeitlich begrenzt oder unbegrenzt?
  • Ist die Zusammenarbeit themenbezogen oder gesamtzielbezogen?
  • Welche Ziele sollen erreicht werden?
  • Wie gross soll die Zusammenarbeit sein bzw. wie viele Beteiligte umfassen?
  • Welche Ressourcen sind für die Zusammenarbeit vorgesehen?

Es ist wichtig, das alle Beteiligten genau wissen wie die Arbeit untereinander aufgeteilt ist, wer die Verantwortung für was trägt und welche Termine eingehalten werden müssen. Alle Beteiligten sollen ihre Fähigkeiten einbringen und zur gemeinsamen Zielerreichung beitragen. Am besten fixiert man folgende Punkte schriftlich (vgl. Wöhler 2015: 115):

  • Wie sieht die Zusammenarbeit konkret aus?
  • Welche Beteiligten übernehmen welche Aufgaben?
  • Wie sehen die Aufgaben und Massnahmen genau aus? 
  • Wann treten die Beteiligten gemeinsam und wann getrennt voneinander mit welchem (gemeinsamen) Logo auf?
  • Für welchen Zeitraum wird zusammengearbeitet?
  • Welche Ziele werden verfolgt?
  • Wie sehen die Ergebnisse aus?

Kooperationen

Im näheren Umfeld einer Organisation gibt es oft weitere Organisationen, die vollumfänglich oder in Teilbereichen die gleichen Ziele verfolgen und gleiche Aufgaben zu erfüllen haben. Deshalb bietet es sich an durch Kooperationen Ressourcen zu sparen. Gleichzeitig kann man durch einen gemeinsamen Auftritt eine stärkere Wirkung erzielen und Synergieeffekte nutzen (vgl. Schwarz/Purtschert/Giroud/Schauer 2005: 274).
Eine Kooperation oder Zusammenarbeit mit anderen sollte für alle Beteiligten gewinnbringend sein. Allerdings bringen Kooperationen auch Herausforderungen mit sich, die sich nicht erfolgreich oder sogar nachteilig auf die Kooperationspartner auswirken können. Deshalb sollten Kooperationen wohl geplant werden. Kooperationen haben folgende Merkmale (vgl. Reifenhäuser/Reifenhäuser 2013: 84):

  • Sie bestehen über eine bestimmte Zeit.
  • Sie regeln die Rechten und Pflichten der Kooperationspartner.
  • Sie ermöglichen neben der formalen Seite auch die informelle Begegnung der Kooperationspartner.
  • Es sollte für den Fall des späteren Konflikts bei Vereinbarung der Kooperation eine Regelung getroffen sein, bsp. neutrale Ombudsstelle, Mediation, gerichtliche Klärung. 

Kooperationen unterliegen immer formalen Voraussetzungen, die verhandelt und festgehalten werden sollten in Vereinbarungen. Diese schliessen aus, dass der Gegenstand der Kooperation durch individuelle Auslegung im Verlauf der Zeit verändert wird und damit Konflikte entstehen (vgl. Reifenhäuser/Reifenhäuser 2013: 84). 
 

Netzwerke

Netzwerke setzen sich aus mehreren Organisationen oder Personen zusammen, die durch flache Hierarchien untereinander verknüpft sind. In einem Netzwerk geht es vor allem um den Austausch von Wissen und Sachkompetenz, wobei gemeinsame Ziele verfolgt werden. Es handelt sich um eine flexible, offene Zusammenarbeit, die jedoch ebenfalls auf der Grundlage einer Vereinbarung erfolgt. 

Das SRK ist Mitglied im Netzwerk freiwillig engagiert. Das Netzwerk wurde im Dezember 2012 von 14 national tätigen Organisationen gegründet und hat zum Ziel den Dialog über Freiwilligenarbeit zu fördern und Vernetzungsmöglichkeiten zu schaffen. Es bietet den Organisationen eine Plattform für den Austausch von Ideen und Best Practices und ermöglicht das gegenseitige Nutzen von Dienstleistungen. Die Zusammenarbeit ist weniger durch Institutionalisierung als vielmehr durch gemeinsame Interessen geprägt (vgl. Netzwerk freiwillig engagiert).