Toolkit Freiwilligenarbeit

Grundlagen: Zyklus und Leitlinien

Freiwilligenarbeit ist eine wichtige Ressource des SRK. Viele Dienstleistungen könnten ohne Freiwillige nicht erbracht werden. Der Zyklus Freiwilligenmanagement sowie die Leitlinien Freiwilligenarbeit und die Leitlinien Jugendarbeit bieten die wichtigsten Grundlagen für Freiwilligenarbeit im SRK. 
Die zwei grossen Themenbereiche dieses Toolkits – das Freiwilligenmanagement und die Freiwilligenkoordination – sind entsprechend des Zyklus Freiwilligenmanagement des SRK strukturiert. 
Der äussere Kreis des Zyklus zum Freiwilligenmanagement mit 9 Prozessschritten ist in drei Abschnitte unterteilt – Planung, Umsetzung und Weiterentwicklung. Der innere Kreis des Zyklus zur Freiwilligenkoordination mit 10 Prozessschritten ist ebenfalls in drei Abschnitte unterteilt – Beginn des Engagements, Während des Engagements und Abschluss des Engagements.
 

Zyklus Freiwilligenmanagement

Sowohl Freiwilligenmanagement als auch Freiwilligenkoordination sind Teil des Zyklus Freiwilligenmanagement. Der Zyklus soll einen Überblick geben, welche Aufgaben in der Freiwilligenarbeit anfallen und als Gedankenstütze dienen. Das heisst es müssen nicht alle Prozessschritte im Freiwilligenmanagement und in der Freiwilligenkoordination nacheinander durchlaufen werden, doch es lohnt sich Überlegungen zu allen Prozessschritten anzustellen und diese schriftlich in einem Konzept Freiwilligenmanagement festzuhalten.
Es ist nicht möglich im SRK ein einheitliches Freiwilligenmanagement und eine einheitliche Freiwilligenkoordination umzusetzen, dafür sind die Strukturen der Rotkreuz-Mitgliedorganisationen zu unterschiedlich. Trotzdem gibt es in allen Organisationen, die mit Freiwilligen arbeiten, Ähnlichkeiten. Die Freiwilligenarbeit sollte strategisch geplant, umgesetzt und weiterentwickelt werden und die Freiwilligen durchlaufen in ihrer «Freiwilligen-Laufbahn» gewisse Phasen, zu Beginn des Engagements, während des Engagements und beim Abschluss des Engagements. Das Toolkit bietet Informationen zu allen relevanten Prozessen im Zyklus Freiwilligenmanagement, was für Ihre Organisation nützlich ist, können Sie selbst entscheiden.
 

SRK Leitlinien zu Freiwilligenarbeit und Jugendarbeit

Im SRK gelten seit 2011 die Leitlinien Freiwilligenarbeit und die Leitlinien Jugendarbeit. Sie definieren die Rahmenbedingungen für die Freiwilligenarbeit und Jugendarbeit, die von allen Rotkreuz-Mitgliedorganisationen eingehalten werden sollen. Die in den Leitlinien formulierten Standards bieten Ihnen einen guten ersten Überblick, was in der Arbeit mit Freiwilligen berücksichtigt werden soll:

  1. Anerkennung der Freiwilligenarbeit: Das SRK anerkennt die Leistungen der Freiwilligen und setzt sich für deren öffentliche Anerkennung ein.
  2. Begleitung der Freiwilligen: Es werden Begleitpersonen für Freiwillige benannt. Diese führen die Freiwilligen ein, begleiten und unterstützen sie.
  3. Arbeitsbedingungen: Freiwilligenarbeit ist kein Ersatz für bezahlte Erwerbsarbeit. Die freiwilligen Einsätze sind zeitlich beschränkt und Einsatzbedingungen sind geklärt.
  4. Mitsprache und Partizipation: Das SRK legt grossen Wert auf die Mitsprachemöglichkeit von Freiwilligen bei der Ausgestaltung ihrer Aufgabe. Die Freiwilligen können als Vereinsmitglieder mitentscheiden und zur Entwicklung der Organisation beitragen.
  5. Einsatzvereinbarung: Bei regelmässigen und länger dauernden Engagements schliessen die Freiwilligen und das SRK eine Einsatzvereinbarung ab, die gegenseitige Erwartungen formuliert.
  6. Auswertung der Freiwilligenarbeit: In Einzelgesprächen oder im Austausch in Gruppen wertet das SRK Freiwilligenarbeit aus.
  7. Spesenregelung und Versicherung: Freiwilligenarbeit ist grundsätzlich unbezahlt. Effektive Auslagen wie Fahrten, Verpflegung, Porti etc. werden hingegen vergütet. Während der Dauer ihres Einsatzes sind Freiwillige durch das SRK versichert.
  8. Ausweisen der geleisteten Arbeit: Das SRK fördert die öffentliche Anerkennung der Freiwilligenarbeit, indem es den freiwillig geleisteten Einsatz ausweist.

Literaturangaben zum Toolkit

  • Bundesamt für Statistik (2010). Freiwilligenarbeit in der Schweiz 2010. Bundesamt für Statistik: Nêuchatel.
  • Bundesamt für Statistik (2015). Medienmitteilung – Satellitenkonto Haushaltsproduktion 2013. Link
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  • Deutsches Rotes Kreuz, Generalsekretariat (2013). Wegweiser Ehrenamtskoordination. Ein Handbuch für die Praxis. Link
  • Farago, Peter (2007). Freiwilliges Engagement in der Schweiz. Zürich: Seismo.
  • Fasching, Helga (2004). Qualitätssicherung und -entwicklung in der beruflichen Integration. Link
  • Helmig, Bernd/Lichtsteiner, Hans/Gmür, Markus (2010). Der Dritte Sektor der Schweiz:
  • Merchel, Joachim (2010). Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit. Eine Einführung. Weinheim und München: Juventa Verlag.
  • Metz, J./Roza, L./van Baren E./Meijs, L./Hoogervost, N. (2013). The unique value of volunteering for childrearing. In: von Schnurbein, G. et al. (Hrsg.). Freiwilligenarbeit zwischen Freiheit und Professionalisierung. Zürich: Seismo.
  • Müller, Evelyn/Goebel, Swantje/Couné, Bettina (o.J.). Bedarfsanalyse. Palliative Care Basics. Uni Freiburg. Link
  • Netzwerk freiwillig engagiert (o.J.). Link
  • Neufeind Max und Wehner Theo (o.J.). Red Cross Volunteering. A comparative European study. Länderbericht Schweiz. Zürich: ETH Zürich, Zentrum für Organisations- und Arbeitswissenschaften.
  • Reifenhäuser, Carola/Reifenhäuser, Oliver (2013). Praxishandbuch Freiwilligenmanagement. Weinheim/Basel: Juventa
  • Reifenhäuser, Carola/Hoffmann, Sarah/Kegel, Thomas (2009). Freiwilligen-Management. Augsburg: Ziel.
  • SAJV - Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (2014). Non-formale Bildung. Link
  • Schwarz, Peter/Purtschert, Robert/Giroud, Charles/Schauer, Reinbert (2005). Das Freiburger Management-Modell für Nonprofit-Organisationen (NPO). 5. Auflage. Bern/Stuttgart/Wien: Haupt. 
  • Soziale Dienste der Stadt Zürich (2014). Handbuch Freiwilligenarbeit. 
  • SRK (2014). Diversifizierung der Freiwilligenarbeit im Schweizerischen Roten Kreuz (SRK). Ein Grundlagenpapier. Link
  • Stadelmann-Steffen, Isabelle/Traunmüller, Richard/Gundelach, Birte/Freitag, Markus (2010). Freiwilligen-Monitor Schweiz 2010. Zürich: Seismo.
  • Studer, Sibylle (2013). Integrierte Freiwilligenkoordination. Ein Leitfaden für Schweizer NPO. Link
  • Van Schie, Susan/Gütert, Stefan/Wehner Theo (2015). Gestaltung von Aufgaben und organisationalen Rahmenbedingungen in der Freiwilligenarbeit. In: Wehner, Theo/Güntert, Stefan (Hrsg.). Psychologie der Freiwilligenarbeit. Berlin, Heidelberg: Springer.
  • Volunteer Canada (2015). Link
  • Von Schnurbein, Georg (2013). Freiwilligenarbeit zwischen Freiheit und Professionalisierung. In: Von Schnurbein/Wiederkehr/Ammann (Hrsg.). Freiwilligenarbeit zwischen Freiheit und Professionalisierung. S. 9-13. Zürich: Seismo.
  • Wöhler, Claudia (2015). Verbandsmanagement mit Zukunft. Non-Profit-Organisationen professionell und erfolgreich führen. Wiesbaden: Springer.