Umsetzung

Einsatzmöglichkeiten

Ohne attraktive Einsatzbereiche und Einsatzmöglichkeiten wird es schwer Freiwillige zu gewinnen und zu halten. Deshalb lohnt es sich in deren Ausgestaltung zu investieren. Insbesondere sollten dabei auch die Motive der Freiwilligen berücksichtigt werden.

Verschiedene Möglichkeiten

Es gibt sehr unterschiedliche Wege wie neue Einsatzbereiche oder Einsatzmöglichkeiten definiert werden können. Hier werden nur einige Möglichkeiten vorgestellt. 
Neben der Perspektive der Freiwilligenarbeit müssen natürlich auch noch weitere Perspektiven eingenommen werden um Einsatzbereiche und Einsatzmöglichkeiten zu schaffen, die für alle Beteiligten (Organisation, Begünstigte/Verletzlichste, bezahlte Mitarbeitende usw.) attraktiv sind. Daneben müssen auch noch Ressourcenfragen geklärt werden, die Rotkreuzgrundsätze sollen beachtet werden, es sollte ein möglichst vielfältiges Angebot geben usw. Mehr dazu unter Diversifizierung.
 

Bedarfsanalyse

Meist ergeben sich die Einsatzbereiche, in denen sich die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten für Freiwillige einordnen lassen aus den Zielen oder der mehrjährigen Strategie einer Organisation. Im SRK sind die Einsatzmöglichkeiten für Freiwillige grösstenteils in den Einsatzbereichen Entlastung, Integration und Rückkehr sowie Erste Hilfe und Rettung angesiedelt. 
Mit Hilfe einer Bedarfsanalyse lässt sich systematisch feststellen, ob sich allenfalls ein neuer Einsatzbereich oder ein Fokusthema in den Einsatzbereichen anbietet bzw. welche Projekte und Einsatzmöglichkeiten den Bedarf von Freiwilligen und Begünstigten (Verletzlichsten) am besten decken.
 

Blick auf Bestehendes

Es lohnt sich natürlich neue Projekte oder Einsatzmöglichkeiten für Freiwillige sorgfältig zu planen. Während Einsatzmöglichkeiten ein kontinuierliches Angebot für Freiwillige darstellen, die sich längerfristig regelmässig engagieren; kann man sich in Projekten befristet engagieren, das heisst es gibt einen definierten Anfangs- und Endtermin und es gibt noch keinen Lösungsweg um das Projektziel zu erreichen. Ein Projekt kann unter Umständen nach Erreichung des Projektziels zu einem kontinuierlichen Angebot führen (vgl. Reifenhäuser/Reifenhäuser 2013: 72, 73). 
Es hilft, sich einen systematischen Überblick über bestehende Projekte und Einsatzmöglichkeiten zu verschaffen, um erste Ansatzpunkte für mögliche neue oder weiterentwickelte Angebote für Freiwillige zu erhalten. Die Antworten auf folgende Fragen können dabei weiterhelfen (vgl. DRK 2013: 33, 34):

  • Wo werden bei uns überall Freiwillige oder Ehrenamtliche eingesetzt? Bsp. im Jugendrotkreuz, im Fahrdienst, in der Patientenverfügung oder im Vorstand.
  • Welche unterschiedlichen Tätigkeitsfelder und Aufgaben gibt es in diesen Projekten oder Einsatzmöglichkeiten? Bsp. Spielnachmittage für Kinder organisieren, Besuche im Altersheim, Fahren, Einsätze für FahrerInnen koordinieren, Beratung oder administrative Aufgaben.
  • Wo und wann findet das Angebot statt, wie sieht die zeitliche Verpflichtung aus? Bsp. im Asylheim, im Park, unterwegs, bei den Begünstigten zu Hause; wöchentlich, einmal im Monat, jedes Wochenende; 4 Stunden pro Woche, 2 Stunde pro Woche, 1 Stunde pro Monat, ein Tag pro Jahr. 
  • Wie lassen sich die aktiven Freiwilligen charakterisieren? Bsp. Durchschnittsalter ca. 60 Jahre, mehr Frauen, vorwiegend SchweizerInnen oder bunt gemischt.
  • Welche Kompetenzen und Interessen sollen Freiwillige mitbringen? Bsp. Spass an der Arbeit mit Kindern, Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Interesse an medizinischen Themen oder Autonarr

Der Überblick über bestehende Projekte und Einsatzmöglichkeiten weist vielleicht auf Lücken hin. Sie bemerken bsp., dass es kein Angebot für junge Freiwillige gibt oder nur Angebote, die zeitlich intensiv sind. Diese Erkenntnisse helfen die Ausrichtung neuer Projekte oder Einsatzmöglichkeiten festzulegen oder bestehende weiterzuentwickeln, mit dem Ziel eine möglichst vielfältige Palette von Angeboten für Freiwillige anzubieten.
 

Ideen für neue Einsatzbereiche und Einsatzmöglichkeiten

Idealerweise findet eine erste Phase der Ideenfindung statt, die vom nächsten Schritt der Ideenbewertung klar getrennt wird. So gelingt es, dass vielfältige, unkonventionelle Ideen gesammelt werden und nicht gleich zu Beginn wegfallen, da sie nicht umsetzbar erscheinen (vgl. Reifenhäuser/Reifenhäuser 2013: 74). 
Für die Bewertung der gesammelten Ideen können verschiedene Bewertungskriterien festgelegt werden, wie bsp. (vgl. Reifenhäuser/Reifenhäuser 2013: 75):

  • Zeitlicher/Finanzieller Aufwand 
  • Personeller Betreuungsaufwand
  • Attraktivität für Freiwillige
  • Nutzen für Begünstigte
  • Nutzen für die Organisation
  • Innovationsgrad
  • Realisierungschancen

Eine andere Option zur Bewertung der gesammelten Ideen ist eine SWOT-Analyse.
 

Synergien nutzen

Der Vorteil einer Organisation wie dem SRK mit seinen verschiedenen Mitgliedorganisationen, ist, dass man voneinander lernen kann und Synergien entstehen. Erfolgreiche Projekte und Einsatzmöglichkeiten können auch in andern Mitgliedorganisationen oder Kantonen funktionieren. Gab oder gibt es ein ähnliches Projekt in einer anderen Mitgliedorganisation, sollten die bereits gemachten Erfahrungen anderer unbedingt in die eigene Planung einfliessen.
Daneben sollte auch die Zusammenarbeit mit weiteren Mitgliedorganisationen im Rahmen eines Projektes geprüft werden, vielleicht können Synergien genutzt werden. Mehr dazu unter Kooperationen und Netzwerke